Die Nominierungsphase zum Lovelybooks-Leserpreis 2019 ist gestartet. „Wirf dein Herz voraus und spring hinterher“ wurde in der Kategorie Liebesromane nominiert, „Wetten, ich kann lauter furzen?“ in der Kategorie Humor. Ob es wohl eins von beiden in die nächste Runde schafft? Das hängt davon ab, wie häufig sie noch nominiert werden …
Am 21. Oktober 2019 erscheint „Und dann kamst du“, mein neues Jugendbuch bei Oetinger. Es geht um einen Schicksalsschlag, eine unerwartete Begegnung, eine fieberhafte Suche und ganz viel Gefühl. Wer das Buch schon vor dem offiziellen Veröffentlichungsdatum lesen möchte, hat die Chance, es in der LovelyBooks-Leserunde zu gewinnen. Viel Glück!
Seit 12. August 2019 ist es endlich in den Läden – unser Überlebensratgeber für Mütter von Söhnen 🙂 Wetten, dass es Sie zum Lachen bringt, zum Nicken und zum Nachdenken darüber, wie viel schöner die Welt dank Söhnen doch ist?!
Am 1. September erscheint das erste Programm des Hummelburg Verlags – darunter auch mein Kinderbuch „Malve will keine Elfe sein“ mit wundervollen Illustrationen von Susanne Göhlich. Hier ein kleiner Vorgeschmack …
Große Freude: „Liebe M.“ ist für den Delia-Literaturpreis nominiert, und das ist noch nicht alles – denn „Was Jungs mit 15 wollen“ ist es ebenfalls, und zwar für den Delia-Jugendliteraturpreis. Seht ihr mich strahlen? 🙂 Die Preisverleihung findet übrigens erstmals auf der Leipziger Buchmesse statt …
»Vielleicht verschwinde ich heute beim Schreiben auch manchmal ein bisschen in den Wolken …«
Ein Beitrag aus der Serie:
»Eine Autorin ist auch nur ein Mensch«
Interviews mit Lieblingskolleginnen.
Heute: Ulrike Hartmann
Natürlich ist das meiste, was wir schreiben, frei erfunden. Unser Privatleben hat damit nichts zu tun. Eigentlich.
Aber zugleich sind Autorinnen immer auch Leserinnen, Rumreiserinnen, Spaziergängerinnen, Träumerinnen … Und vielleicht prägt das, was uns dabei verzaubert, unsere Geschichten doch viel mehr, als wir es ahnen?
Foto: Copyright Ruth Frobeen
Ich habe nachgefragt. Heute bei Ulrike Hartmann
Heike: „Geschmack ändert sich permanent, und die Dinge, wir früher mochten, hatten irgendwann mal eine große Bedeutung für uns. Verrätst du, wie die erste Platte heißt, die du selbst gekauft hast? Welcher Film bei deinem ersten Kinobesuch lief? Und was dein allererstes Lieblingsbuch war? Was davon hat nachhaltigen Eindruck bei dir hinterlassen?“
Ulrike: „Was für schöne Fragen, Heike, danke! Ich habe lange nicht mehr an diese ersten Male gedacht. Meine erste LP war tatsächlich eine von Reinhard Mey, „Bei Ilse und Willi auf´m Land“. Und mein erster Roman heißt ja „Liebe geht durch den Garten“. Ich frage mich gerade, ob sich hier die Kreise schließen. 🙂
Meys Texte – witzig, spitzfindig, und dann wieder melancholisch warm – habe ich sehr geliebt. Allerdings war meine nächste LP dann von Queen, und ich schmetterte unbekümmert die Bohemian Rhapsody. Mal schauen, ob sich das wieder in einem Roman spiegelt …
Der erste Kinobesuch mit 12 Jahren war leider peinlich. Meine Eltern hatten von einer Familie Besuch, und ihre zwölfjährige Tochter schleppte mich in einen Film namens „Herr Oberst haben eine Macke.“ Den Titel werde ich nie vergessen! Ich war so aufgeregt! Der dunkle Saal, rote Plüschsessel, knisterndes Popcorn – und dann barbusige Frauen im Schlamm und flache Witze von schwitzenden Männer in der Kaserne. Ich bin vor Scham im Sessel versunken, während meine Begleitung lustig vor sich hinkicherte. Vor allem über mich. Das war es dann erst einmal mit der Kinoliebe.
Was die Bücher angeht: Mein allererstes, heißgeliebtes Buch hatte ich, als ich noch gar nicht lesen konnte, und es steht immer noch wohlbehütet in meinem Regal: „Serafin und die Wundermaschine“ von Philippe Fix und Sabine Ibach. Serafin hatte unbändige Phantasie und war ein großer Bastler. Er lebte in einem selbstgebauten, wunderbar verrückten Traumhaus mit Türmchen und einem Glaskugelraum. Ein Eigenbrötler, der sich einfach nicht einpassen konnte. Am Ende verschwand er mit seinem Hamster auf einer Treppe in den Wolken …
Vielleicht verschwinde ich heute beim Schreiben auch manchmal ein bisschen in den Wolken, aber eine Eigenbrötlerin bin ich eigentlich nicht. Die Serafin-Bücher (es gibt drei Bände, der erste erschien 1967) wurden übrigens wieder neu aufgelegt. Darüber habe ich mich sehr gefreut.“
Heike: „Als Autorinnen verbringen wir alle viel Arbeitszeit im Sitzen – ganz egal, ob wir den eigenen Schreibtisch bevorzugen oder das Laptop mit ins Café nehmen. Wie bringst du als Ausgleich ein bisschen Bewegung in dein Leben? Welche Sportart hast du als ‚deine‘ entdeckt? Und was magst du daran?“
Ulrike: „Darf man Chorsingen als Sport angeben? Vermutlich nicht …
Nun gut, ich bin etwas eingerostet, aber theoretisch (und auch mal praktisch) laufe ich unglaublich gern, was ich mir als Teenager nie vorstellen konnte. Ich habe zwei Jahre in Kalifornien gelebt, und da hat mich das Joggingfieber erfasst. Laufen und Yoga, das ist eine gelungene Kombination, um beweglich zu bleiben, und die möchte ich gerne wieder aufleben lassen.
Beim Laufen an der frischen Luft, auch beim Spazierengehen, wird mein Kopf frei und oft kommen mir dabei die besten Ideen. Ich bin dabei gerne für mich, höre auf meinen Atem und bin dann ganz im Moment versunken. Das hat schon fast etwas Meditatives, wie die Arbeit im Garten.
Da fällt mir ein, darf ich Gartenarbeit als Sport nennen?“
Heike: „Es gibt viele schöne Orte. In Städten, in Dörfern, mitten in der Natur. Aber nur an ganz bestimmten geht einem das Herz auf. Wie sieht der Ort aus, der so schön ist, dass du am liebsten weinen möchtest?“
Ulrike: „Hm. Das ist eine schwierige Frage. Wie du sagst, es gibt so viele schöne Orte, ob gleich nebenan, am Meer, im Wald oder in der Bergen. Letzten Sommer war ich in Südtirol auf dem Meraner Höhenweg. Dieser Blick über die Berge, diese unfassbare Weite, das hat mich überwältigt und glücklich gemacht.
Aber eigentlich fahre ich am liebsten ans Meer, vor allem in die Bretagne oder nach Irland. Die raue Schönheit, das Spiel der Formen und Farben, das mag ich sehr.“
Heike: „Hin und wieder sind Autorinnen ja auch on Tour. Zum Beispiel zu Lesungen, zu Verlagsbesuchen oder zur Buchmesse. Wie reist du am liebsten? Fliegst du? Fährst du mit dem Auto? Nimmst du die Bahn? Und was magst du an dieser Art, unterwegs zu sein?“
Ulrike: „Ich fahre am liebsten mit der Bahn, weil ich mich da nicht um Parkplätze, Staus und merkwürdige Menschen auf der Überholspur kümmern muss. Zwar hat die Bahn ihre eigenen Herausforderungen (es bleibt immer wieder spannend, ob du deinen Anschlusszug kriegst), aber ich kann während der Fahrt träumen. Ich arbeite oder lese nie im Zug. Ich sitze einfach nur so rum.“
Heike: „Wovon hast du als Kind geträumt? Was wolltest du werden? Wo wolltest du leben? Und wie?“
Ulrike: „Ha, ich wollte Geheimagentin werden! Ich hatte als Achtjährige Spionage-Krimis aus der Reader´s-Digest-Reihe verschlungen, die mit goldfarbenen Bordüren verziert waren, las von diesen wunderschönen klugen Frauen und Männern, die geheimnisvoll von einem Land zum anderen reisten und ihr Leben für das Gute aufs Spiel setzten. Ich stellte mir vor, wie ich – natürlich ebenfalls wunderschön und klug – tollkühn und schnell die Welt retten würde. Ich sprang von Mauern, von Brücken und Türmen und eilte geschwind mit den Geheimdokumenten davon. Ich war ganz gefangen in meiner Phantasie. Im realen Leben habe ich leider gar kein Talent zur Geheimagentin. Das fängt schon damit an, dass ich schlecht lügen kann. Und so schön springen kann ich auch nicht.“
Heike: „Was sind die schönsten Orte, Räume oder Plätze, an denen du je gelesen, gegessen, geschlafen oder geschrieben hast?“
Ulrike: „In den USA gab es fantastische Jugendherbergen, direkt an Steilküsten oder an heißen Quellen. In Kalifornien habe ich unter Mammut-Bäumen gezeltet, in Frankreich als Aupair-Mädchen in einem Himmelbett eines alten Landschlösschens aus dem 16. Jahrhundert geschlafen, und in Schottland, Frankreich und Spanien lag ich nachts im Schlafsack am Strand. Das war einfach wunderbar. In Spanien leuchtete bei Vollmond das Meer durch eine besondere Algenart, und wenn du sacht durch das Wasser schwammst, warst du in glitzerndes grünes Licht getaucht.
Aber ehrlich gesagt brauche ich nicht weit zu fahren, um es schön zu finden. Ich bin auch glücklich, wenn ich im Garten ein gutes Buch lesen kann. Oder einfach mal nichts tue.“
Das Buch
Liebe geht durch den Garten
Wenn das Leben dir einen Garten schenkt, frag nach Harke und Schaufel!
Mit den Händen in der Erde wühlen, die Sonne im Gesicht und als Belohnung eigenes Gemüse ernten: für Stadtpflanze Anna ein wundervoller Gedanke. Kurzerhand pachtet sie einen verwilderten Schrebergarten. Doch so idyllisch wie in Annas Träumen ist das Leben mit der Laube nicht.
Das Häuschen im Grünen ist reparaturbedürftig, der Vereinsvorsitzende gibt sich kleinlich, und ihre Söhne spielen lieber am Computer als im Garten. Nur der wortkarge und attraktive Nachbar Paul bietet seine Hilfe an. Wäre da nicht die Anwältin Dr. Sabine Rodenberg von nebenan, die Paul für sich beansprucht …
Ulrike Hartmann, geboren 1966, Magistra Artium der Germanistik, Politologie und Soziologie, studierte in Münster, Berlin und an der Sorbonne in Paris.
Sie arbeitete in verschiedenen Verlagen, reiste mit dem Rucksack allein quer durch die USA und unterrichtete zwei Jahre als Interkulturelle Trainerin in Kalifornien.
Hartmann gelangte mit ihrem ersten Kurzkrimi unter die besten Einsendungen zum Agatha-Christie-Krimipreis 2010. Im gleichen Jahr wurde ihr humorvolles Sachbuch „Mutterschuldgefühl“ im Südwest Verlag veröffentlicht und sie startete für Brigitte-woman.de das Blog „Popcorn – Tagebuch eines Sensibelchens“, für das sie drei Jahre lang schrieb. 2014 gründete sie eine Schreibwerkstatt in Essen und gab bis Anfang 2018 zahlreiche Kurse zum Kreativen Schreiben.
Ihr Debütroman „Liebe geht durch den Garten“ erschien am 11. Februar 2019 im Diana Verlag.
Die Autorin lebt mit ihrer Familie im Ruhrgebiet und ist leidenschaftliche Kleingärtnerin.
… haben mich interviewt. Genauer gesagt hat mir meine liebe Kollegin Jeanine Krock drei Fragen gestellt. Es hat viel Spaß gemacht, sie zu beantworten. Und es ist immer noch seltsam, von sich selbst als „Bestsellerautorin“ zu lesen. Wirklich. Sehr unwirklich. Aber fühlt sich gut an 🙂
Leider ist bei der letzten Auflage von „Tatsächlich 13“ in der Druckerei ein Fehler passiert. Ab Seite 73 ist alles durcheinander. Schade für alle, die so ein Buch erwischt haben. Aber die gute Nachricht ist: Das Buch wird gerade neu gedruckt, und die fehlerhaften werden kostenlos umgetauscht!
Das geht im Prinzip in jeder Buchhandlung, auch ohne Kassenbon. Die Buchhandlungen klären das dann direkt mit dem Verlag. Man kann sich aber auch selbst an Oetinger wenden, und zwar per Mail an vertrieb@verlagsgruppe-oetinger.de
Noch bis zum 27.11. könnt ihr in der Kategorie Humor für Lucinde und mich abstimmen – genauer gesagt für unser Buch „Ich dachte Älterwerden dauert länger“, das es beim Lovelybooks-Leserpreis 2018 in die nächste Runde geschafft hat! Yay!
Letztes Wochenende war ich zur dritten Lit.Love eingeladen. Es war meine Premiere auf dem Lesefestival rund um Liebesromane bei Random House in München – und zugleich die Premiere meines zweiten Anna-Paulsen-Romans „Wirf dein Herz voraus uns spring hinterher“. Eine tolle Veranstaltung, top organisiert! Und das Schönste: Auf Schritt und Tritt traf man Menschen, die Bücher genauso lieben wie ich selbst 🙂
Hier ein paar Impressionen:
Bei meiner Premierenlesung …
… mit dem Penguin-Dreamteam …
… und zwischen lauter tollen Kolleginnen an der Plakatwand 🙂
»Ganz sicher schreibe ich irgendwann zumindest einen Piratenroman.«
Ein Beitrag aus der Serie:
»Eine Autorin
ist auch nur ein Mensch«
Interviews mit Lieblingskolleginnen.
Heute: Mascha Vassena
Natürlich ist das meiste, was wir schreiben, frei erfunden. Unser Privatleben hat damit nichts zu tun.
Eigentlich.
Aber zugleich sind Autorinnen immer auch Leserinnen, Rumreiserinnen, Spaziergängerinnen, Träumerinnen … Und vielleicht prägt das, was uns dabei verzaubert, unsere Geschichten doch viel mehr, als wir es ahnen?
Heike: „Geschmack ändert sich permanent, und die Dinge, wir früher mochten, hatten irgendwann mal eine große Bedeutung für uns. Verrätst du, wie die erste Platte heißt, die du selbst gekauft hast? Welcher Film bei deinem ersten Kinobesuch lief? Und was dein allererstes Lieblingsbuch war? Was davon hat nachhaltigen Eindruck bei dir hinterlassen?“
Mascha: „Ich habe keine Ahnung mehr, welcher mein erster Kinofilm war. Auch meine Eltern können sich nicht mehr erinnern. Aber ich weiß noch, welches der erste Kinofilm war, den ich alleine gesehen habe: „James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt.“ Ich fand Abenteuer und Action schon immer interessanter als zu Tränen rührende Romantik. Ich wollte immer lieber Robin Hood sein als Maid Marian und selbst Abenteuer erleben statt darauf zu warten, gerettet zu werden.
An meine erste selbstgekaufte Platte kann ich mich noch erinnern. Das war die einzge Platte, die Kajagoogoo je herausgebracht hat: „White Feathers“. Ich war 13, unsterblich in den bubihaften Sänger mit seiner Strubbelfrisur verknallt und habe „Too shy“ wahrscheinlich fünfzigtausend Mal gehört. Es dauerte noch ein paar Jahre, bis mein Geschmack sich besserte. Seither höre ich gerne Alternative, Rock und Hardrock. Es darf aber auch mal Pop sein. Zu Hause höre ich allerdings ganz selten Musik, auch beim Schreiben brauche ich Ruhe. Im Auto drehe ich dafür voll auf.
Mein erstes Lieblingsbuch war „Pippi Langstrumpf“: Ohne Eltern in einer chaotischen Villa zu leben, ausgestattet mit genug Geld, guten Freunden und Superkräften – was kann ein Mädchen mehr wollen? Pippi war witzig, hatte keinen Respekt vor Erwachsenen und probierte einfach alles aus, worauf sie Lust hatte. Mein erstes Role Model, auch wenn ich in Wirklichkeit nicht besonders mutig bin. Niemand würde mich jemals dazu bringen, einen Bungeesprung zu machen. Aber ich war schonmal im Hochseilgarten und habe mich in sechs Meter Höhe durch den Wald gehangelt – das reicht mir, um mein Adrenalinlevel zu pushen.“
Heike: „Als Autorinnen verbringen wir alle viel Arbeitszeit im Sitzen – ganz egal, ob wir den eigenen Schreibtisch bevorzugen oder das Laptop mit ins Café nehmen. Wie bringst du als Ausgleich ein bisschen Bewegung in dein Leben? Welche Sportart hast du als ‚deine‘ entdeckt? Und was magst du daran?“
Mascha: „Ich mache Sport nur, weil ich sonst Rückenschmerzen kriege. Wenn Lesen und Fernsehen fit machen würden, käme ich nicht einmal auf den Gedanken, mich zu bewegen. Aber man muss ja – denn noch mehr als Sport hasse ich es, mich träge und unbeweglich zu fühlen. Inzwischen laufe und schwimme ich ganz gerne. Beides Sportarten, die mich früher grandios angeödet haben. Und ich schwöre auf Youtube-Fitnessvideos zum Mitmachen. So spare ich mir den Gang ins Fitnessstudio (und eine Menge Geld). Eine halbe Stunde Rumhüpfen oder Gymnastik am Tag muss sein. Aber generell: Zeitverschwendung.“
Heike: „Es gibt viele schöne Orte. In Städten, in Dörfern, mitten in der Natur. Aber nur an ganz bestimmten geht einem das Herz auf. Wie sieht der Ort aus, der so schön ist, dass du am liebsten weinen möchtest?“
Mascha: „Den einen Lieblingsort gibt es nicht für mich, aber es gibt einen, an den ich immer wieder zurückkehre: Die Punta San Vigilio am Gardasee. Zum ersten Mal war ich als Elfjährige mit meinen Eltern dort. Damals kannte den Platz kaum jemand, inzwischen kosten Prosecco und Antipasti im kleinen Hafencafé fast so viel wie in Rom auf der Piazza Navona. Aber es ist immer noch ein verwunschener Ort, an dem man sich der Welt entrückt fühlt. Dorthin nehme ich nur Menschen mit, die mir wirklich wichtig sind.
Venedig und Turin sind Städte, die ich immer wieder besuche und wo ich die Ideen zu meinen letzten beiden Romanen hatte. Mir fiel irgendwann auf, dass es immer Orte sind, die mich zu Geschichten führen. In Turin war es das Café Mulassano, ein winziges Schmuckkästchen mit viel altmodischem Charme, in Venedig der Palazzo Fortuny, ehemals Wohn- und Wirkungsstätte eines Kostüm- und Bühenndesigners.
Der atemberaubendste Ort, den ich je besucht habe, war Mont St. Michel. Diese Insel mit der labyrinthischen Abtei auf der Spitze wirkt auf mich wie aus einem Traum gefallen. Kein Wunder, dass sie zum wichtigen Schauplatz meines ersten Romans wurde, einer Fantasygeschichte, die während der französischen Revolution spielt. Einen besseren Ort für einen Showdown zwischen Gut und Böse kann es kaum geben.“
Heike: „Hin und wieder sind Autorinnen ja auch on Tour. Zum Beispiel zu Lesungen, zu Verlagsbesuchen oder zur Buchmesse. Wie reist du am liebsten? Fliegst du? Fährst du mit dem Auto? Nimmst du die Bahn? Und was magst du an dieser Art, unterwegs zu sein?“
Mascha: „Wenn man sich beamen lassen könnte, wäre das meine bevorzugte Art, von A nach B zu gelangen. Bis das möglich ist, fahre ich Zug oder fliege, je nach Entfernung des Reiseziels. Eine Zeitlang hatte ich Flugangst und bin öfter mit dem Nachtzug gefahren – die zur Improvisation zwingende Enge und das Gefühl, nicht zu wissen, wo man sich gerade genau befindet, erzeugen in mir das Gefühl, dass alles Mögliche passieren könnte. Das setzt meine Fantasie in Gang. Ich habe immer gehofft, morgens an einem völlig anderen Ort aufzuwachen als dem, an den ich reisen wollte. Ist leider nie vorgekommen.“
Heike: „Wovon hast du als Kind geträumt? Was wolltest du werden? Wo wolltest du leben? Und wie?“
Mascha: „Ich wollte schon immer Piratenkapitän werden, auf meinem Schiff leben und der Schrecken der sieben Meere sein. Ich arbeite noch daran. Ganz sicher schreibe ich irgendwann zumindest einen Piratenroman.“
Heike: „Was sind die schönsten Orte, Räume oder Plätze, an denen du je gelesen, gegessen, geschlafen oder geschrieben hast?“
Mascha: „Geschrieben: Das ehemalige Badehaus eines Sanatoriums im Engadin. Ein Künstlerhaus, in dem ich einige Monate verbringen durfte. Ich hatte einen Arbeitsraum mit weißen Wänden, in dem es nichts gab außer einem riesigen alten Tisch und einem Stuhl und wo das Rauschen des Flusses hinter dem Haus alle anderen Geräusche übertönte. Dieses Zimmer vermisse ich immer noch.
Gelesen: Im Liegestuhl auf der Terrasse meines Elternhauses, mit Blick ins Grüne und einem Glas Prosecco neben mir.
Gegessen: Beim Essen kommt es nicht so sehr auf „wo“ an, als auf „mit wem“. Als am schönsten sind mir Mahlzeiten an einem langen Tisch im Freien in Gesellschaft entspannter, gut gelaunter Menschen in Erinnerung.
Geschlafen: An Deck eines alten Segelschiffs unter einem sternenübersäten Firmament.“
Heike: „Vielen Dank, liebe Mascha, für deine spannenden und inspirierenden Antworten!“
Mascha: „Vielen Dank, dass ich mitmachen durfte!“
Die Bücher
Und hier noch für meine Blogleserinnen und -leser ein kurzes Porträt von Mascha Vassena.
Die Autorin
Mascha Vassena, geboren 1970, studierte Kommuniationsdesign, arbeitete nach dem Diplom als Textildesignerin, Werbetexterin, Journalistin und freie Grafikerin. 2001 erhielt sie ein Literaturstipendium der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart, 2002 den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg. 2005 erschien ihr erstes Buch bei Liebeskind, München. Mascha Vassena lebt am Luganer See und veröffentlichte seit 2011 fünf Romane bei Publikumsverlagen. Sie ist außerdem Mitgründerin von autorendienst.net, unterstützt andere Autoren bei der Romanplanung und gestaltet Buchcover.
Ich freue mich riesig auf die diesjährige Lit.Love und darauf, dort nicht nur aus meinem neuen Anna-Paulsen-Roman „Wirf dein Herz voraus und spring hinterher“ zu lesen, sondern auch an Talkrunden teilzunehmen und einen Workshop zu geben. Und natürlich auf die vielen Begegnungen mit allen, die Bücher lieben …
lit.Love – das Lesefestival der Verlage Blanvalet, cbj, Diana, Der Hörverlag, Goldmann, Heyne, Heyne fliegt, Penguin Verlag und Random House Audio am 10. & 11. November 2018 in München, Neumarkter Str. 28
Wenn der Sommer zuende geht, stehen noch jede Menge Highlights auf dem Programm: Buchmesse, Weihnachten – und Bundesvorlesetag! Ich bin wieder dabei, diesmal in der Grundschule Katzweiler.
„Liebe Buchhändlerinnen und Buchhändler, wenn man fünfzehn ist und das Leben fies und gemein, dann wünscht man sich, man hätte magische Fähigkeiten und könnte Gedanken lesen …“ mit diesem Hinweis auf Justines Geschichte „Was Jungs mit 15 wollen (und warum ich das weiß“) leitet der Oetinger Taschenbuchverlag seine Programmvorschau Herbst 2018 ein. Ich fühle mich geehrt!
… heißt das 50plus-Blog von Maria Almana, der Texthandwerkerin, und sie hat dort unser Älterwerden-Buch rezensiert. Nein – empfohlen! Ich freue mich sehr <3
„Und das ist wirklich eine Kunst, die nicht alle Autor/innen so fehlerfrei beherrschen wie Heike und Lucinde: dieser ziemlich breite Spagat zwischen Ernst und Gekicher … Überall merke ich, wie viel Spaß Lucinde und Heike beim Schreiben hatten. Dieser Spaß überträgt sich problemlos auch auf mich. Aber – und genau das meine ich mit ,Spagat‘: Erhobenene Zeigefinger findet man in diesem Buch so wenig wie Allgemeinplätze. Wir alle kichern und altern halt ganz anders. Und das ist gut so!“
Hip Hop, Highschool, Herzalarm! Ein Mädchenbuch von Heike Abidi mit ganz viel Herz. Jetzt für 6 Euro.
Das gibt’s doch nicht!, denkt Sunny. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass alle Mädchen in ihrer Nähe den ganzen Tag nur über Mode und Popsternchen reden, kommt auch noch Luna neu in ihre Klasse. Luna – die obercoole Nachwuchsmoderatorin aus dem Fernsehen! Sunny ist genervt. Aber dann geschieht das Unglaubliche: Luna ist richtig nett und hilft Sunny sogar dabei, einen Hip-Hop-Tanz für den Schulwettbewerb einzuüben. Es gibt nur ein Problem: Sunny schwärmt heimlich für Paul, doch dass der ein toller Typ ist, hat auch Luna bemerkt …